Unterricht während der Corona-Pandemie

Wie alle Schulen hat auch die Stadtteilschule Rissen die Corona – Pandemie heftig getroffen, in der Art und Weise, dass wir nicht wie gewohnt mit den Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen und natürlich den Eltern arbeiten, kommunizieren und unsere Schulgemeinschaft zelebrieren konnten.

Dennoch fand die Krise die StS auch vorbereitet, denn in sehr kurzer Zeit konnten wir unsere Grundlagen für die Digitalisierung umsetzen und dank der unermüdlichen Arbeit unserer IT – Truppe konnten wir mit dem Rocket Chat zur Kommunikation, der NextCloud zum Datenaustausch  den Kontakt mit unseren Schülerinnen und Schülern wiederherstellen.

Auch wenn heute noch nicht klar ist, wie es nach den Sommerferien weitergehen wird, möchten wir einige Ergebnisse aus der Arbeit unter den ungewöhnlichen Umständen teilen:

Projektwoche Klasse 11 vom 4.5 – 8.5.2020

Wir, die Schüler und Schülerinnen des 11.Jahrgangs, blicken auf eine spannende Projektwoche mit „FluxFlux“ zum Thema „Design Thinking“ zurück. Zusammen mit Max und Annkristin durften wir einen eigenen Prototyp entwickeln und mehr über die Methode des Design Thinking erfahren.

Während dieser Woche haben wir uns mit der Fragestellung „Wie können wir die derzeitige Situation für eine Zielgruppe unserer Wahl verbessern?“, bezogen auf die aktuelle Situation mit Covid19, beschäftigt.

Was ist „Design Thinking“ überhaupt?

Design Thinking ist ein Innovationsprozess, bei denen die Bedürfnisse der Kunden im Vordergrund stehen. Hierbei wird ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelt, die eine Problemstellung beispielsweise einer bestimmten Altersgruppe löst.

Die Methode lässt sich in sechs verschiedene Schritte einteilen, die wir kennenlernen und selbst durchlaufen durften:

1. Herausforderung verstehen

2. Beobachten (eigene Interviews führen und die Bedürfnisse unserer Zielgruppe erkennen)

3. Sichtweise definieren (Problemstellung)

4. Ideen entwickeln

5. Prototypen entwickeln (unsere Idee realisieren)

6. Testen bzw. Präsentation und Feedback

Unsere Eindrücke

Wir konnten in unseren Gruppen individuell arbeiten und unserer Kreativität freien Lauf lassen. Aber wir haben nicht nur viel über Design Thinking gelernt. Unter anderem wurden uns auch verschiedene Methoden zum Brain-Storming und die richtige Durchführung eines Interviews nähergebracht.

Zu einer Zielgruppe unserer Wahl hat sich jede Gruppe einem individuellen und spannenden Bedürfnis, einer selbst erstellten Person, gewidmet.

Am Ende der Woche konnten wir alle stolz unseren eigenen Prototypen vorstellen und viele unterschiedliche und coole Prototypen der anderen Gruppen betrachten.

Aus der Projektwoche haben wir viel mitgenommen. Wir durften ein eigenes selbstgewähltes Projekt auf die Beine stellen, in die Welt des Design Thinking eintauchen und haben gelernt, dass es auch in dieser schwierigen Zeit möglich ist, in Kontakt zu bleiben und im Team zusammen zu arbeiten.

Alle Schüler und Schülerinnen des 11. Jahrgangs bedanken sich ganz herzlich bei Max und Annkristin von FluxFlux und natürlich auch bei ihren Lehrkräften für diese tolle Woche, in dieser doch sehr speziellen Zeit.

Clara Hess, 13a, hat zum Anlass der Coronakrise den Philosophieunterricht genutzt, um einen Essay zum Thema Solidarität zu verfassen, hier ein Auszug aus ihrem Fazit und Plädoyer für mehr Solidarität:

Seit Wochen hat die Weltgemeinschaft eine gemeinsame Krise zu bewältigen. Alle Regierungen versuchen, die Ausbreitung des Corona Virus mit Massnahmen der sozialen Einschränkung einzudämmen; die Kurve flach zuhalten, um das Gesundheitssystem aufrecht erhalten zu können. Angela Merkel ruft uns dieser Tage auf, solidarisch mit unseren älteren und durch das Virus gefährdeten Mitmenschen zu sein. Unser „Herz und unsere Vernunft“ seien nun „auf die Probe“gestellt. (M3)

Brost thematisiert Corona und die Frage nach der Solidarität. Wir stecken mitten drin in der Frage nach der Solidarität bezüglich der sich pandemisch ausbreitenden Gefahr. Wie viel Einschränkung lassen wir zu, um dem Gemeinwohl zu nützen und auch uns selbst? Wie nah lassen wir die Bedrohung an uns heran? Schaffen wir es wenigstens jetzt, solidarisch zu sein und das Verkaufspersonal zu schonen, indem wir allein einkaufen gehen und aus Rücksicht auf Andere nicht die letzten fünf Liter Milch weg zu kaufen?

Ganz deutlich zeichnen sich erneut die Begriffe Angst, Sicherheit, Misstrauen und Verlust ab. Aber auch der von Hobbes erkannte Drang zum Selbsterhalt. Frau Merkel sagt, unser „Herz und unsere Vernunft“ seien jetzt in der akuten Corona- Krise auf die Probe gestellt.(M3) Das ist wahr, aber bekommen wir alle unser Herz und unsere Vernunft in den Griff und können beginnen, dem Nächsten wirklich etwas zukommen zu lassen, ohne Gegenleistung, vielleicht sogar durch eigenen Verzicht?

Auf jeden Fall bedarf es wohl des deutlichen, eindringlichen Appells, der Bundesregierung an das Wir- Gefühl und an unsere positiven Eigenschaften. „Wir schaffen das!“ rief die Kanzlerin 2015 allen in anderem Zusammenhang zu. Wenn auf Solidarität doch mehr Verlass ist, als auf Neid und Missgunst, dann schaffen wir das!

Der gesamte Essay kann hier gelesen werden.

Im Zeichen der Solidarität stehen auch die Nachrichten aus den Start-Ups der Klasse 10:

Schulhandwerk Rissen beendet zwei erfolgreiche Geschäftsjahre und
spendet seinen Gewinn


Die Corona-Pandemie hat auch unsere Schülerfirma Schulhandwerk Rissen hart getroffen: Kistenweise Teile für Nistkästen standen bereit, die gemeinsam mit zahlreichen Grundschulklassen zu Meisenkästen zusammengenagelt werden sollten.

Aber dann kam das Homeschooling und die 10.-Klässler durften erst kurz vor ihren Prüfungen wieder in die Schule kommen. Nun warten die Nistkasten-Teile auf das nächste Frühjahr und dann wird sich wohl das Nachfolge-Start-Up der STS Rissen um die GrundschülerInnen kümmern müssen, denn die HandwerkerInnen von Schulhandwerk Rissen sind am vergangenen Mittwoch aus der Schule entlassen worden!

Nichtsdestotrotz konnten sie auf zwei sehr erfolgreiche und produktive Jahre zurückblicken, in denen viele neue und bewährte Produkte entstanden sind: Unseren Schulhof zieren jetzt selbst gebaute Picknicktische und Holzpodeste zum Sitzen, hunderte Nistkästen wurden gemeinsam mit GrundschülerInnen gebaut, vier stabile Holzpferde erfreuen jetzt unterschiedliche Kindergartenkinder und der Geräteschuppen für die Ganztagsspielgeräte hat nun auch immerhin ein geschlossenes Dach.

Noch in der letzten Woche klotzten die SchülerInnen – natürlich in Kleingruppen, welche das distanzierte Arbeiten zuließen – noch mal richtig rein, um all die liegengebliebenen Aufträge beenden zu können, und nun steht auch der hochwertige Tresen für das geplante Oberstufencafé in der Mensa an Ort und Stelle! Und auch unser neuestes Produkt, ein sechseckiger Picknicktisch, konnte noch an die Stadtteilschule Blankenese ausgeliefert werden.

Durch die Aktivitäten der Schülerfirma ist so viel Geld eingenommen worden, dass es nicht nur zu einem passablen Ferien – Taschengeld-Zuschuss reichte, sondern auch noch jeweils 700€ an Ärzte ohne Grenzen für deren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Flüchtlingslagern in Moria (Lesbos) sowie an die Organisation „Amazon Watch“, welche indigene Gruppen im Amazonasbecken bei ihrem Widerstand gegen die Waldrodung unterstützt, gespendet werden konnten.

Somit blicken alle Beteiligten auf eine lehr- und zugleich erfolgreiche
Zeit mit Schulhandwerk Rissen zurück!