Das Start-Up Garten- und Landschaftsbau

Das Start-Up GaLa hat als Schülerfirma einen festen Platz im Schulleben. Die Bewirtschaftung der Wiese begann als Arbeitslehre-Kurs mit zwei Stunden die Woche. Das Start-Up hingegen hat einen ganzen Schultag zur Verfügung.

Die SchülerInnen des Start-Up GaLa beim Entwickeln neuer Produkte.

Das Start-Up arbeitet nach einem festgelegten Konzept: die SchülerInnen entwickeln verkaufsfertige Produkte auf Grundlage von selbst angebauten Nutzpflanzen. Zunächst wird eine Produktidee entwickelt, danach wird überlegt, welche Pflanzen angebaut werden müssen. Dabei gilt es, die Aussaat- und Erntezeiten sowie die erwartete Menge und die Haltbarkeit zu berücksichtigen. Zur Planung gehört auch, sich zu überlegen, welche Werkzeuge zur Ernte und Verarbeitung benötigt werden; ebenso müssen sich die SchülerInnen Gedanken zum Aussehen der Verpackung und die Gestaltung der Etiketten machen.

Aus eigenen Kartoffeln gewonnene Chips werden getestet.

Auf diese Weise sind zuletzt Produkte wie eigener Senf, Kartoffel- und Gemüsechips, Honig und Pommes Frites entstanden. Für diese Überlegungen und Planungen ist das passende biologische und ökologische Wissen notwendig. Ebenso müssen die dafür entstehenden Kosten in den Blick genommen werden, um die Verkaufspreise festlegen zu können. So kann sich das Start-Up selbst finanzieren.

Die SchülerInnen des Start-Up 2015 bis 2017 haben auf der Streuobstwiese viele Dinge vorwärts gebracht. Es wurden verschiedene kleine Beete angelegt und über das Jahr gepflegt. Sie haben für den Hort Marschweg eine Kräuterspirale und ein eigenes Beet angelegt. Sie schneiden die Obstbäume unter Anleitung und halten die Wiese von Müll und Hundekot weitestgehend sauber. Der Teich wurde von ihnen erweitert und gepflegt, so dass sich sogar Grasfrösche dort angesiedelt haben.

Das Senffeld in voller Blüte

Die SchülerInnen haben auch versucht, wiederholt beschädigte Obstbäume, Beete und gestohlene Pflanzen zu retten oder wiederherzustellen. Sie haben ein Brombeerspalier angelegt, aus deren Beerensaft Gummibärchen hergestellt werden sollen.

Da die Pflanzen auf der Wiese so beliebt sind, hat sich das Start-Up entschlossen ein Beet mit Tulpen anzulegen, wo Passanten sich gegen eine Spende selbst Tulpen mitnehmen dürfen. Dafür wurde eine Spendenbox am Container auf der Wiese angebracht.

Ein Schüler bei der Zucchiniernte.

Während das Start-Up Produktion ein Dach als offenen Klassenraum und unser Bienenhaus auf der Streuobstwiese gebaut haben, hat das Start-Up GaLa am Eingang der Wiese einen Mülleimer sowie einen weiteren am „offenen Klassenraum“ aufgestellt. Dieser wurde in den letzten Tagen um einen zweiten ergänzt, da der andere zerstört wurde.

Unser Sart-Up hat sich neben der eigenen Produktentwicklung neue Ziele gesetzt: Über persönliche Kontakte ist im Frühjahr 2017 eine Partnerschaft mit der biotechnischen Schule in Maribor / Slowenien entstanden.

Das Start-Up GaLa hat auch beim Pflanzen der vielen Obstbäume immer tatkräftig mitgeholfen.

Im Austausch hat sich gezeigt, dass an beiden Schulen Interesse an ökologischer Landwirtschaft und der Schülerimkerarbeit besteht. Zudem stellten die KollegInnen aus Maribor fest, dass bei ihnen Ölkürbisse und Wein wachsen, die bei uns im Norden nicht angebaut werden könnten.

Daraus ist eine vergleichende Arbeit entstanden. Wir haben mittlerweile aus Maribor Kürbissaat und Weinreben erhalten. Deren Wachstum werden wir über Messreihen begleiten, Wetterdaten erheben und den möglichen Einfluss des Klimawandels darauf untersuchen.

Dabei dient der Vergleich der Erntemenge und die Wachstumsentwicklung eine wichtige Rolle. Die erhobenen Daten werden in dem Blog „We can bee friendlier to nature“ regelmäßig ausgetauscht und verglichen.

Die älteste Weinsorte der Welt wird auf unserem Dach angepflanzt!

Besonders interessant daran: Wir konnten im März 2017 zwei Ableger der ältesten Weinrebe der Welt auf dem neuen Balkon unseres Neubaus der Stadtteilschule anpflanzen.

Unsere Start-Up GaLa-SchülerInnen werden im Herbst 2017 die SchülerInnen aus Maribor bei uns begrüßen. Diese werden uns beim Aufbau von Hochbeeten helfen und sich und ihre Schule auf unserem Herbstmarkt vorstellen. Im Frühsommer 2018 reisen unsere SchülerInnen zum Austausch nach Maribor in die biotechnische Schule. Dort werden sie die SchülerInnen vor Ort dabei unterstützen, einen Teil ihrer Nutzfläche in eine ökologische Streuobstwiese umzubauen. Die biotechnische Schule Maribor möchte eine Schülerimkerei aufbauen und wir werden sie dort dabei beraten.